Stadtmauer


Die Duisburger Stadtmauer stammt aus dem 12. Jahrhundert, wurde jedoch gegen Ende des 13. Jahrhunderts wesentlich erweitert. Die durchschnittlich 10 Meter hohe Mauer umfasste mit einer Länge von ca. 2,5 km die heutige Altstadt und besaß neben 20 Türmen und Halbtürmen vier Stadttore: Stapeltor, Kuhtor, Marientor und Schwanentor. Alle vier Stadttore wurden zwischen 1815 und 1833 abgerissen. Reste der historischen Stadtmauer mit einzelnen Türmen kann man aber heute noch entdecken – etwa 670 Meter sind noch übrig und bilden damit die älteste in derartigem Umfang erhaltene steinerne mittelalterliche Stadtmauer im deutschen Sprachraum.



Bild 1 - 4: Einen vollständigen Eindruck von den Wehranlagen und dem Aussehen der mittelalterlichen Stadt erhält man durch den Stadtplan von Johannes Corputius aus dem Jahre 1566. Vor dem Kunst- und Stadthistorischen Museum auf dem Corputius-Platz steht ein Bronze-Relief dieses Plans. Dort beginnt unser Rundgang um die Stadtmauer. Wenige Schritte entfernt, ganz in der Nähe des damaligen Rheinbettes, das heute den Innenhafen bildet, befinden sich Reste des Aachener Turms aus dem 13. Jahrhundert und die Latrine des ehemaligen Minoritenklosters aus dem 14. Jahrhundert.

 

Bild 5 - 12: Nordöstlich findet sich der größte zusammenhängende Teil der Stadtbefestigung. Bei der Umgestaltung des Innenhafens Ende der 1980er Jahre wurden die Reste der alten Stadtmauer freigelegt und behutsam restauriert. Auch ein Turm wurde wieder aufgebaut und ein Wehrgang angebaut, so dass man sich das damalige Aussehen gut vorstellen kann.

 

Bild 13 - 16: Den nördlichen Abschluss bildet der einst 20 Meter hohe Koblenzer Turm aus dem 13. - 15. Jahrhundert, der größte Turm der Duisburger Stadtmauer. Er steht auf den Fundamenten von zwei älteren Türmen. Von hier aus ziehen sich gut erhaltene Reste der Mauer - einschließlich des Kraut- oder Pulverturms - entlang des Springwalls bis zum Stapeltor.

 

Bild 17 - 22: Nach Überquerung der Oberstraße findet sich ein Mauerzug parallel des Kuhlenwalls. Die noch erhaltenen Reste wurden in den 1960er Jahren abgerissen und zusammen mit Abbruchsteinen an alter Stelle wieder aufgebaut. In ihrem Turm befindet sich das 1972-74 von Hans Jürgen Preuste gestaltete und 2006 erneuerte Mahnmal zum Gedenken an die 1938 zerstörte Duisburger Synagoge an der Junkernstraße.

 

Bild 23 + 24: Ein weiteres Stück der Mauer befindet sich etwas südlich am Rabbiner-Neumark-Weg und endet an den Resten eines weiteren Turms.

 

Bild 25 + 26: Die Gutenberg- bzw. Köhnenstraße kreuzt den Weg, danach sehen wir den Schäferturm zwischen Obermauerstraße und Kuhlenwall. Sein Aufbau stammt aus dem 15. Jahrhundert, in der beginnenden Neuzeit diente der Turm dem städtischen Schäfer als Wohnung.

 

Bild 27 - 30: Zwischen Kuh- und Königstraße befand sich einst das Kuhtor, das heute nur noch ein Straßenname ist. Danach gehen die Ober- in die Untermauerstraße und der Kuhlen- in den Sonnenwall über. Auch zwischen diesen beiden Straßen sind noch Überreste der alten Stadtmauer erhalten, sie bilden die Rückseite einiger Geschäfts- und Wohnhäuser auf dem Sonnenwall.

 

Bild 31 + 32: Am Ende des Sonnenwalls – die Steinsche Gasse überquerend – befindet sich die Marienkirche am südwestlichen Ende der mittelalterlichen Stadt. Auch hier ist noch ein kleines Stück der Stadtmauer zu finden.

 

Bild 33 - 40: Nun führt der Weg in Richtung Marientor. An der Unterstraße ist noch ein größerer Teil der Stadtbefestigung zu finden. Zum Teil lehnt sich vom Innenhafen aus eine Holzhandlung an die Mauer und den Hugenturm. Am Ende dieses Stückes sind noch die Reste eines ehemals runden Steinturmes zu finden – direkt vor dem Steiger Schwanentor, an dem die Schiffe zur Hafenrundfahrt starten.

 

Bild 41 + 42: An der Schwanentorbrücke geht es dann über die Schwanenstraße zum östlichen Teil des Innenhafens. In der 1984 gebauten Tiefgarage am Alten Markt ist ein 10 m langes Teilstück der wahrscheinlich ältesten Stadtmauer aus dem Anfang des 12. Jahrhunderts zu sehen. Der Kern des Quadermauerwerks aus vulkanischem Tuffstein wird durch vorgesetzte Backsteinverblendungen verstärkt.